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als PDF Schwungvolle
Neujahrsgala
Karlsfeld - Der Auftritt vor gefülltem Parkett
hat die Mitwirkenden beflügelt: Das Kammerorchester und die beiden Solisten
bescherten ein beschwingtes, höchst vergnügliches Konzert. Begeisterter
Applaus war der Dank. Glanzlichter im Konzert waren
die Gesangssolisten Elaine Ortiz-Arandes und Gary Martin.
 Foto:
sch
Erstmals hat das Konzert von Bernhard Kochs Camerata München
im Rahmen der gemeindlichen Aboveranstaltungen stattgefunden und war entsprechend
gut besucht. Das musikalische Vergnügen zum Jahresbeginn war nicht nur
den Musikern zu verdanken, die spritzig aufspielten, sondern auch den Sängern
Elaine Ortiz-Arandes und Gary Martin - verlässliche Kräfte aus dem Ensemble
des Theaters am Gärtnerplatz in München. Mehrmals schon erfreuten sie
das Karlsfelder Publikum auf der Neujahrsgala als Solisten. Sie waren auch diesmal
ein Glanzlicht.. Außerdem hatte Bernhard Koch eine Programmauswahl getroffen,
bei der nichts schief gehen kann. Bekannte Opernarien wechselten sich mit leichtläufigen
Ouvertüren und wiegenden Kompositionen von Johann Strauß. Das Orchester
spielte nach einem etwas zögerlichen Start mit Mozarts Ouvertüre aus
der Zauberflöte lebendig und sensibel. Die Einsätze saßen
punktgenau und die Streicher spielten in bester Übereinstimmung. (sch) ©
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Süddeutsche
Zeitung/Landkreis Dachau vom 09.01.2012
Hohe Kunst
des Gesangs
Neujahrsgala
der Camerata wieder ein Triumph der Solisten Von
Adolf Karl Gottwald Karlsfeld Üblicherweise
folgt das Programm populärer Orchesterkonzerte der Regel: Erst die Oper,
dann die Operette und schließlich das Musical. Die diesjährige Neujahrsgala
im Bürgerhaus Karlsfeld aber gab sich elitär und blieb ganz bei der
Edelgattung Oper. Bernhard Koch, bekannt als Leiter des Karlsfelder Sinfonieorchesters,
dirigiert auch die Jungen Münchner Symphoniker und das professionelle Ensemble
der Camerata München, deren Salonorchester er alljährlich zur Neujahrsgala
nach Karlsfeld bringt. Mit den drei feierlichen, weihevoll
erhabenen Akkordschlägen der Zauberflöten-Ouvertüre, einem Wahrzeichen
der priesterlichen Sphäre dieser Oper, begann das Konzert. Das ist freilich
keine Musik für ein Salonorchester mit nur einfach besetzten Bläsern.
So klangen gerade die feierlichen Es-Dur-Akkorde etwas gedämpft und spröde,
was auch mit den klangschluckenden Vorhängen auf der Bühne und der Akustik
des übervollen Saals zurückzuführen ist. Mit dem Duett des lustigen
Paars der Zauberflöte, Papageno und Papagena, mit dem sich die
beiden auf sehr reichen Kindersegen vorbereiten, wurde die weihevolle Sphäre
ohnehin verlassen. Jetzt wurde es zwar nicht sofort bürgerlich im Bürgerhaus
Karlsfeld, denn im folgenden Duett aus Mozarts Figaro verhandelt Susanna
mit einem Grafen. Es geht aber keineswegs um priesterliche Weihe, sondern um Erotik,
und beim Barbier von Sevilla von Rossini agiert sogar ein Friseur
in der Titelrolle. Was aber jede Rolle adelte, war
die hohe Gesangs- und Darstellungskunst der Protagonisten. Elaine Ortiz-Arandes,
schon seit 27 Jahren auf der Opernbühne, verfügt über bewundernswerte
körperliche und stimmliche Beweglichkeit. Ob Papagena, Gilda (Rigoletto)
und sogar Porgy and Bess (Georges Gershwin), sie füllt jede Rolle
hinreißend aus. Gary Martin ist der perfekte Bariton auf der Opernbühne:
sehr schöne, edle Stimme, blendende Erscheinung und große Fähigkeit,
in die verschiedensten Rollen zu schlüpfen. Diese
Stars unterstützte Bernhard Koch mit seinem Orchester nach besten Kräften,
und die instrumentalen Zwischenspiele verschiedene Opernouvertüren
und als Höhepunkt der wunderbare Walzer Künstlerleben von
Johann Strauß hatten Format und waren durch Musikalität der
Aufführung geadelt. Der Feuerstrom der Musik mündete bei einer der drei
Zugaben in einen Feuerstrom der Reben. Das gilt für den Champagner
der Fledermaus wie für die gesamte Musik dieser Gala. ©
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